Mein Weg zu Gott und zu Jesus Christus

Mein Weg zu Gott und zu Jesus Christus

Zeugnis von Günter

Mit einem Alter von 72 Jahren kann man wohl sagen, daß man die meisten Jahre des Lebens hinter sich gebracht hat. Es gab gute und weniger gute Jahre.
Wenig gute Jahre waren die meiner Kindheit. Ich will auf diese Zeit nicht weiter eingehen. Von körperlicher Züchtigung bis zu sexuellem Mißbrauch und Entzug von Liebe und Zuneigung der eigenen Mutter sowie von 2 Stiefvätern war alles dabei.
Im Alter von 13 Jahren fing ich an, mich massivgegen die sexuellen Übergriffe meines Stiefvaters zu wehren!
Es endete vor dem Landgericht in Essen mit einer Anklage gegen mich wegen versuchter Tötung. Ich wollte meinen Stiefvater im Streit erstechen. Hinterfragt, warum es zu dieser Eskalation kam, wurde bei Gericht nicht, Nach Ansicht des Richters war ich ein renitenter Jugendlicher, der eine ordentliche Bestrafung brauchte.
Obwohl meine Mutter von diesem mehrfachen sexuellen Missbrauch wusste, hatte sie mir leider nicht beigestanden. Heute weiß ich, dass sie eine sehr schwache und irgendwie hilflose Person war. Ich habe ihr längst vergeben.
Im Alter von 14 Jahren lernte ich meinen 4 Jahre älteren Bruder kennen.
Er wohnte bis dahin in Wolfsburg bei meinem leiblichen Vater, der aber bestritt, es zu sein (bis heute weiß ich nicht, ob diese Aussage zutrifft).
Ich wurde konfirmiert (obwohl ich fast immer den Unterricht schwänzte), weil es so Tradition war und Eltern und Verwandte das erwarteten.
Bei der evangelischen sowie katholischen Kirche kam mir immer alles so unehrlich vor. Ich spürte dort auch nichts vom Geist Gottes. Mit den Zeugen Jehovas hatte ich nicht im Sinn.
Damals hatte ich mich für Religion nicht interessiert. Das änderte sich
plötzlich. Eines Tages standen (im Jahr 1962) Missionare der „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ vor unserer Tür. Es waren Amerikaner im Alter von 20 bis 25 Jahren. Ich saugte das, was sie über den Glauben, Gott, der Bibel und dem Buch Mormon (daher die Mormonen] erzählten, förmlich in mich auf. Ebenso auch meine Schwester und mein Bruder.
Mein Bruder und ich wurden treue Mitglieder und wir waren überzeugt, das es das sei, was uns Gott näher bringt. Alles schien für uns so klar zu sein.
Nach einigen Jahren der Erkenntnisse merkte ich, dass mir bei der ganzen Sache etwas fehlte. Heute ist mir klar, was es war:

„Der Geist Gottes, die Nähe Jesu Christi”.

Es war auch dort nicht spürbar.
Es ergaben sich dann Ungereimtheiten, die mich veranlassten, die Sekte zu verlassen. Meine Schwester verließ viel früher die Mormonen.

Mein Bruder hafte die Tochter des Gemeindevorstehers in Celle geheiratet, drei Kinder bekommen und ging dann nach Amerika. Leider war er schon vorher in Deutschland in kriminelle Machenschaften verwickelt.
In Amerika wurde er 1992 im Bundesstaat Utah wegen dreifachen Überfalls mit einer Waffe und Geiselnahme zu einer Gefängnisstrafe von dreimal Lebenslänglich plus 5 Jahren verurteilt. Ich habe nie wieder etwas von ihm gehört.
Obwohl auch er nach Gott gesucht hatte, ist er Satan voll ins Netz gegangen.
Von 1965 bis 1969 war ich in einer Sanitätseinheit bei der Bundeswehr.
Der dort abgehaltene theologische Unterricht beschränkte sich weitgehends auf Sexualität der untersten Schublade (Zoten, Witze etc.)
Das Fernbleiben von diesen Unterrichtsstunden haben mir Disziplinarstrafen eingebracht.
Meine Schwester hat 1986 den Weg zu Gott gefunden. Sie traf eine gläubige Frau, bei der sie in der Seelsorge ihr Leben Jesu gab. In der evangelischen Kirche fand sie ihre geistliche Heimat durch einen gläubigen Pfarrer, der eine Geschwisterschaft gründete, die sich „Agape“ (Liebe) nannte. Heute ist meine Schwester in einer freien Christengemeinde in Nürnberg, die sich „Ecclesia“ (lat. Die Herausgerufene) nennt.

Ich hatte immer noch mitzunehmenden Jahren Zweifel, obwohl meine Schwester versuchte, mich Gott näher zu bringen. Ich bat sie sogar, nicht immer nur von Gott und Jesus zu Geburtstagen zu schreiben. Aber sie gab nie auf!
Dafür danke ich ihr.

Am 19. November 1971 habe ich meine Frau Veronika geheiratet. Sie brachte ein Kind mit aus ihrer ersten Ehe, das ich später, als es 6 Jahre alt war, adoptierte. Meine Schwiegermutter, die eine sehr dominante Frau war, zog mit zu uns. Das ergab Machtkämpfe zwischen Schwiegermutter und Schwiegersohn, Ehefrau und Ehemann und Ehefrau und Mutter. Das waren für mich sehr schwierige Zeiten, die nicht das Glück waren, das ich mir erhofft hafte. Und bei allen dreien hafte es einschneidende Spuren hinterlassen.

Mit meiner Tochter gab es zunehmend Schwierigkeiten. Das ist bis zum heutigen Tag so geblieben. Das alles zu erörtern würde zu weit führen.

Mein einschneidendes Erlebnis mit Gott war im März 2016. Ich wurde sehr krank. Ich bekam immer weniger Luft zu Atmen. Ein Krankenhausaufenthalt war unvermeidlich. Meine Reise durch verschiedene Krankenhäuser begann.
Lungenentzündung, Herzschrittmacher, Sauerstoffmangel, die Diagnose lautete: Lungenfibrose (Rheuma in der Lunge). Es folgten lange Behandlungen mit Infusionen, Sauerstoffschlauch rund um die Uhr und und und…!
Ich begann, Gott im Namen Jesu um Hilfe für mein Leben zu bitten, mir doch beizustehen! Es war ein Beten, ohne daß ich etwas spürte. In meinem Herzen fehlte etwas. Heute weiß ich, was es war.
Meine Entlassung aus der Klinik war danach immer noch mit monatlichen Infusionen und Kontrollen verbunden, die zwei Tage oder auch länger einen Klinikaufenthalt bedeuten konnten.
Auch machte ich mir Sorgen um meine Frau, die immer mehr meiner Pflege bedurfte, obwohl meine Enkelin zu Hause war und sie, so gut es ging, betreute.

Ich betete weiter aus einem inneren Zwang heraus und bat um Hilfe für mich und meine Familie. Aber ich war immer noch ein nach seiner Bestimmung Suchender, ein nach Gott Suchender.

Meine Frau bekam plötzlich Sprachstörungen und Funktionsstörungen in der rechten Hand, auch vergaß sie Einiges. Es stellte sich heraus, daß sie offenen Brustkrebs hatte, Metastasen im Kopf, in der Brust und Lunge. Es war das Endstadium und für uns ein Schock!!! Sie starb im April 2017 in meinem Beisein. Sie hat an Gott geglaubt, aber nie viel darüber gesprochen. Auf ihren eigenen Wunsch hat sie meine Schwester gebeten, zu ihr zu kommen. Sie hat dann für sich beten lassen und ihr Leben noch Jesus übergeben.
Zwanzig Minuten vor ihrem Tod bat ich Gott, meine Frau zu erlösen und sie zu sich zu nehmen. ER hat mich erhört, wofür ich IHM sehr dankbar bin. Ich wußte, daß sie jetzt am richtigen Ort ist, bei Jesus.
Meine Frau hatte mir immer verschwiegen, wenn es ihr nicht gut ging. Sie wollte keinen Arzt, keine Hilfe. 1992verbrachte sie einen siebenmonatigen Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik Sie ließ mich seitdem nicht mehr teilhaben an ihrem Leben. Das hatte sich bis zum Schluß nicht geändert.
Daß sie mich liebt, habe ich aus ihrem Mund nie gehört, nur schriftlich.
Ich hätte es gern von ihr mündlich gehört. Ich habe meine Frau trotz allem geliebt.

Meine Schwester war zur Beisetzung meiner Frau in Bremen. Bei einem Rundgang kamen wir am „Wunderhaus Gottes“ vorbei. Dieses Haus hatte im Jahr 2013 Eröffnung. Meine Schwester wollte es sich anschauen, aber es war geschlossen. Sie bat mich, doch einmal hineinzugehen, um zu berichten, was es mit dem Haus auf sich hat. Sie vermutete, daß es ein gutes Haus sei.
Es hat Wochen gedauert, bis ich die Kurve kriegte und in das Haus ging.
Zu diesem Zeitpunkt ging es mit nicht gut und ich wollte zuerst garnicht hineingehen. Eine innere Stimme sagte zu mir: „Du bist jetzt viermal an diesem Haus vorbeigegangen, jetzt geh endlich rein!“
Als erstes traf ich Anke, der ich erzählte, warum ich ins Wunderhaus gekommen bin. Sie hörte mir zu und das tat mir sehr gut. Ich erzählte einer fremden Frau meine Gedanken, meine Gefühle und fühlte eine Stimmung, die ich mir nicht erklären konnte, „noch nicht!“
Dann kam Marika dazu. Sie ist die Gründerin und Leiterin dieses Hauses. Ich spürte sofort die Ausstrahlung und Autorität des Geistes, der in ihr war und ist und sie wie eine Aura umgibt. So etwas hatte ich noch nie erlebt. Auch ihr erzählte ich den Grund für meinen Besuch. Sie stellte mir ein paar Fragen, die mich einigermaßen in Erstaunen versetzten. Plötzlich spürte ich den besonderen Geist in diesem Haus. Es gab mir etwas, was ich lange vermißt habe: Frieden und Geborgenheit, ein Gefühl angekommen, zu Hause zu sein.
Marika fragte mich, ob sie für mich beten darf und ich nahm es gerne an. Sie betet für mich um Vergebung für meine Sünden, für Genesung und Heilung und einiges mehr.
Plötzlich brachen jahrelang aufgestaute Dämme in mir zusammen. Unsicherheit und Ängste waren weg; mir kamen die Tränen wie ein Wasserfall. So etwas habe ich bei mir nicht für möglich gehalten. Ich spürte den Geist Gottes und die Nähe von Jesus. Ich fühlte mich befreit und wußte, daß das mein neues Leben ist. Ich besuchte die Trainingsstunden und die Andacht und wieder kamen mit die Tränen, ich konnte nichts dagegen tun. Marika bat ich, mit mir zu beten, um Segen und um den Heiligen Geist empfangen.
Ich bin nicht mehr der, der ich einmal war. Mit Jesus und den Geschwistern bin ich auf dem Weg. Ich bin wie ein Säugling, der die Nahrung hungrig in sich aufnimmt Ich werde viel lernen müssen, aber mir wird geholfen, da bin ich mir sicher.

Einige Angriffe Satans mußte ich schon abwehren, was mir durch Gebete mit Gottes Hilfe und den Schwestern und Brüdem im Glauben gelungen ist. Vielen Leuten ist meine Veränderung schon aufgefallen, vor allem Vivien, meiner Enkelin. Ich habe ihr von meinem neuen Leben erzählt, daß ich jetzt zu Gottesdiensten und Gebetsstunden gehe. Nach diesen letzten beiden schweren Jahren nehme ich mir das Recht, für mich dazusein, meinen Weg im Geiste des Herrn zu gehen und IHM zu dienen. Ich spüre und weiß, daß es mir bessergeht und danke dem Herrn im Namen Jesus dafür.
Ich weiß, daß der Weg nicht ganz einfach sein wird, denn Angriffe von der dunklen Seite können kommen. Doch mit der Hilfe Gottes, Jesus und dem Heiligen Geist, mit dem Beistand meiner neuen Glaubensfamilie werde ich siegreich leben können.

Ich danke Marika, den Geschwistern im Glauben und meiner Schwester, die immer an mich geglaubt hat, für ihre Gebete. Es bedarf noch vieler Gebete und Gespräche mit Gott und Jesus. Ich habe erkannt, daß nicht Gott Schuld an dem Bösen und Schlechten auf dieser Welt ist, sondern es ist Satan, der alles versucht, uns zu einem sündigen Leben zu verführen.
Gott wartet nur darauf, uns Seine Liebe zu schenken! Wir müssen es nur erkennen!
Es hat Jahrzehnte gedauert, bis ich es erkennen durfte, aber jetzt bin
ich zu Hause angekommen, im Hause des Herrn mit Jesus Christus und dem
Heiligen Geist in mir.
Ich wünsche mir, daß meine Familie auch Erkenntnis über den Glauben an Gott gewinnt, den ich für mich gefunden habe. Ich werde ihnen mit Freuden helfen.
Mein Suchen hat ein Ende.


Bremen, 30.07.2017

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